LocalTalk Schweiz vom 05. Juni 2004
Nun
gehört auch der erste LocalTalk Schweiz zur Vergangenheit in der
MUS-Geschichte. Er sollte etwas Neues und Besonderes werden. So hatten
wir es uns jedenfalls vorgestellt. Guten Mutes hatten wir ihn erstmals
im Februar-Falter angekündigt mit jeweiligen Ergänzungen und weiteren
Details in den nachfolgenden Faltern. Endlich mal neue "Action"
innerhalb des Vereinslebens und zudem erst noch über die lokalen
Grenzen hinweg. Wir meinten tatsächlich, dass diese Idee bei den
MUSerInnen eine schweizweite Akzeptanz und grossen Anklang finden
würde. Entsprechend euphorisch gingen wir an die Sache heran und gaben
unser Bestes. Die Ernüchterung folgte spätestens am Tag des
Anmeldeschlusses. Ausgehend von einem Mitgliederbestand von ca. 1700
Mitgliedern hielt sich die Anmeldeflut doch ziemlich in Grenzen - ganze
14 Personen hatten sich angemeldet. Das erstaunt eigentlich nur
insofern, als dass MUS schon des Öfteren und zum Teil ziemlich unsanft
in den einschlägigen Mailinglisten darauf hingewiesen wurde, dass sich
der Verein mangels neuer Ideen und Aktivitäten zum faulen Ei entwickeln
würde. Ratschläge, welche in diesem Zusammenhang jeweils vorgeschlagen
wurden sind das Eine - aktives Mitmachen das Andere.
Obwohl man sich nicht für alles Anmelden musste, hofften wir trotzdem, dass sich noch ein paar "Verirrte" einfinden würden. Dem war denn auch so. Über den ganzen Tag verteilt konnten wir zwischen 30 und 40 Personen zählen. Nicht gerade berauschend - aber um so gemütlicher und intensiver der Kontakt unter den Anwesenden. Einige meinten sogar, dass genau ein solcher Anlass noch fehlen würde im Angebotskatalog unseres Vereines.
Planungsgemäss und trotz aller Widerwärtigkeiten hatten wir also um ca. 10 Uhr diesen Anlass "gestartet". Ein Startschuss erfolgte aber nicht. Der Beginn war fliessend und fast unbemerkt. Einige hatten sich frei nach ihrer Art eingerichtet, um ihren "Hotspot" zu präsentieren. Da war zum Beispiel, nur um einige zu nennen, Thomas Kaegi, der unermüdlich auf die Fragen und Probleme betreffend RagTime einging, notabene mit eigenem Beamer und Leinwand. Nebenan hatte André Pellet sein gesamtes Equipment aufgebaut, um allzeit über iLife und seine sonst liebgewordenen Applikationen praxisbezogen referieren zu können. Thomas Hofstetter hatte dafür gesorgt, dass wir jederzeit und problemlos via Airport mit dem Internet verbunden waren. Nicht zuletzt dank des Restaurants, welches uns die nötige Infrastruktur kostenlos zur Verfügung stellte. Daneben beschäftigte sich Thomas auch noch mit an ihn herangetragenen Problemen und Lösungen betreffend Bluetooth, Handy zu Mac, iChat etc.
Pünktlich um 11.30 Uhr schliesslich hatten wir den den Beginn des Vortrages "Paymaker für Mac OS X"
angekündigt - die neue Zahlungs-Erfassungs-Software für Bank- und
Postzahlungen. Es war uns gelungen, den Programmierer höchstpersönlich
dafür zu gewinnen. Dieses Programm wird zur Zeit durch die Firma
C-Channel vertrieben. Zu dieser Firma ist zu sagen, dass deren Gründer,
Herr Paul Gnos, ein Mann der ersten Stunde ist in Sachen E-Banking. Nur
wurde leider bis anhin lediglich die "Dosenwelt" mit der entsprechenden
Software berücksichtigt. Dass die Macianer nicht mehr länger aussen vor
bleiben müssen, haben wir Beat Koch zu verdanken, der diese Lücke nun gefüllt hat.
Falls hier einer mitliest, der sich noch an das alte Paymaker von
Furrer+Partner erinnert, dem kann vorweg gesagt werden: Das hier
vorgestellte Programm hat nichts, aber auch gar nichts mehr mit der
bisherigen Software zu tun. Denn es ist eine komplette Neuentwicklung,
welche im Januar 2004 erstmals veröffentlicht wurde. Ein junges
Pflänzchen also mit noch sehr viel Entwicklungspotenzial.
Beat Koch überzeugte mit seiner Präsentation und hatte die Zuhörer ganz
auf seiner Seite. Schritt für Schritt führte er uns durch das Programm.
Angefangen mit dem Erfassen von Zahlungen über das Bereitstellen einer
Zahlungsdatei bis hin zum Dateitransfer war alles mit dabei. Selbst
über den wunderschön geordneten Ausdruck des Zahlungsauftrages staunten
die Leute. Da die Software noch taufrisch jung ist, liess er uns auch
in die Zukunft blicken, welche Features sowohl für die nähere als auch
für die weitere Zukunft noch geplant sind. Auch bat er uns
anschliessend um unsere Kritik, Ideen und Wünsche für die
Weiterentwicklung des Programmes. Letztendlich waren sich fast alle
Anwesenden einig: MUSerInnen wählen für das E-Banking Paymaker.
Im Laufe des Vormittags traf dann auch Adrian Reichmuth mit dem Flugsimulator X-Plane ein. Das war vielleicht ein Gaudi, statt auf der Piste im Kartoffelfeld
zu landen! Du selber spieltest den Piloten und hattest neben dir den
Co-Piloten Adrian, der über mehr Flugwissen verfügte als du selbst und
fast immer der Meinung war: Es kommt schon gut - es kommt richtig!!
Hunderte der verschiedensten Flugzeugtypen konnten simuliert geflogen
werden. Ob am Tag, in der Nacht, bei Sonnenschein, Regen, Sturm oder
Schnee, auf speziellen Wunsch auch noch bis zum Mars! Happy Landing
also (natürlich immer in der Waldgrotte in Buus) - denen es gelungen war!
Der Workshop am Nachmittag begann ein Viertelstündchen später als programmiert. Dies, weil das Interesse am vorangegangenen Vortrag über Paymaker grösser gewesen war als erwartet. So kamen wir erst um 13 Uhr zum Mittagessen. An dieser Stelle zitiere ich gerne Thomas Hofstetter: "Vergiss nicht, das gute Essen in der Waldgrotte zu erwähnen!" Und dem ist nichts mehr beizufügen!
Durch
den Workshop „GarageBand“, welcher nebst dem übrigen
LocalTalk-Geschehen ab 14.15 Uhr bis ca. 16 Uhr stattfand, führten PJ
und Sean Wassermann.
Gemessen am Anmeldevolumen war dies offensichtlich das begehrteste
Objekt. Etwa 10 Personen liessen sich in diese Musiksoftware, welche im
iLife-Paket enthalten ist, einführen. Im Laufe des Workshops sahen wir,
wie mächtig dieses Softwarepaket ist - auch wenn es nur als „kleiner
Bruder“ der Profiprogramme „Logic Audio“ und „Soundtrack“ daherkommt
und einige Beschränkungen sichtlich vorhanden sind. Die Referenten
zeigten uns, wie man mit GarageBand Musik aufnehmen und editieren,
Loops arrangieren und MIDI Sound bearbeiten kann. Toll waren hierbei
für den Neuling sicherlich die „Loops“. Das sind kleine vorgefertigte
Musikversatzstücke (Schlagzeug, Klavier, etc. in allen Stilrichtungen)
die per Drag und Drop hintereinander und in mehreren Spuren
übereinander gehängt sind und - Simsalabim - direkt vom Mac in das
gleiche Taktschema gepresst werden können. Wenn dann noch Kleinigkeiten
wie die Tonart, Stil etc. beachtet werden, erzielt auch der Laie in
einer halben Stunde ein Ergebnis, das sich im wahrsten Sinne des Wortes
hören lassen kann. Man darf sich dann als kleiner Komponist fühlen und
kann problemlos eigene Produkte wie z.B. Videoproduktionen mit
„eigener“ Musik unterlegen, die erst noch gebührenfrei ist. Mit dem uns
ausserdem vorgestellten Zusatzpaket „JamPack“ bekommt man noch mehr
Vorlagen geliefert, die das „Komponieren“ zur wahren Freude werden
lässt. Mit PJ und Sean Wassermann hatten wir am Workshop ein
kompetentes Team, das unsere ersten Gehversuche bestens unterstützte.
Abschliessend gab uns PJ noch einen Einblick in das Profiprogramm Logic
Audio.
Kurz vor 16 Uhr schliesslich noch unser Highlight des Tages: Die Reaktivierung des LocalTalks Bern. Marianne Magun überreichte dazu unserer neuen LocalTalk-Leiterin, Claudia Eidel, einen Luftballon mit 5 Karten daran, was für jede Karte ein bereits zugesprochenes Thema bedeutet. Mit einem fröhlichen Applaus, guten Wünschen und der Zusicherung, dass wir Claudia bei ihrem Einsatz unterstützen werden, hoffen wir, dass diese Übung gelingen möge.
Täglich ist es das Gleiche: Der Morgen lässt es Abend werden. Und so war es auch an diesem Tag. Der Unterschied bei den anderen Tagen war, dass einige Leute etwas bewegt haben oder bewegt haben wollten. Es war trotzdem oder auch deshalb schön. Wir danken all jenen, die dieses Vorhaben unterstützt und mitgemacht haben. Ob es einen weiteren solchen Anlass geben wird, kann mit den gemachten Erfahrungen heute nicht zugesichert werden. Denn so etwas lässt sich nicht durchführen, wenn keine oder zu wenig aktive Leute zur Verfügung stehen. Und was es auch noch braucht dazu: MUS-Mitglieder, die sich - ausser mit den Fingern auf einer Tastatur - auch sonst noch etwas bewegen und eine solche Veranstaltung besuchen!
Für den LocalTalk SchweizKurt Richner


